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22 February 2011 @ 05:31 pm
Und da war die Titelsequenz leider zuende.  
Titel: Soziale Distanz - Teil 4
Fandom: Merlin
Mitwirkende: Arthur, Merlin, Gaius, Gwaine, Gwen, Lancelot
Wortanzahl: 1012
Zusammenfassung: Alle sind sie fix und fertig. Gwaine beginnt, die Dinge an sich zu reißen. Mit Merlin fängt er an.
Warnungen/Anmerkungen: Gwaine ist ein ungezogener Lümmel und macht, was er will.
Altersfreigabe: FSK 06
Disclaimer: Würden die mir gehören, hätte ich mehr Einfluss auf diese FanFic.




 

Es sind die Schmerzen, die ihn geweckt haben, und es ist nicht so, als seien sie inzwischen verschwunden, aber Gwaine richtet nicht wirklich Schaden an mit seinem halbherzigen Versuch, Merlin zu erwürgen.

Es fühlt sich in der Tat beinahe angenehm an, denn Merlin ist kalt und Gwaine ist warm, und Merlin vertraut ihm – abgesehen davon ist Gwaine lächerlich vorsichtig, dass er ihn nicht zu hart anpackt, und Merlin ist sich sicher, dass er nicht einmal die Hälfte seines Körpergewichts zu spüren bekommt.

Er hält also still, muss ein Schmunzeln unterdrücken, weil Gwaines Gesichtsausdruck einfach zu viel ist: hin und her gerissen zwischen Empörung, Zuneigung und seinem allgegenwärtigen Grinsen.

Und dann ist plötzlich Arthur zurück, und mit ihm Gwen und Lancelot, und Merlin kann verstehen, warum er Gwaine anschreit; für notwendig hält er es nicht.

Aber er sagt nichts, denn Arthur sieht aus, als hänge seine Selbstbeherrschung, sein ganzes Wesen, am seidenen Faden, und Merlin beschließt, dass dieser Mann unfähig ist, auf sich selbst aufzupassen.

Zugegeben, Jahre an Arthurs Seite haben Merlin gelehrt, dass dieser Mann unfähig ist, auf sich selbst aufzupassen, aber das hier – sein jetziger Zustand – ist lächerlich.

Er lässt also zu, dass Arthur Gwaine mehr oder weniger aus dem Zimmer vertreibt, aber als Arthur sich selbst zum Gehen wendet, hält er ihn auf.

Es ist erschreckend, wie bereitwillig Arthur sich von ihm bevormunden lässt, und zu Merlins körperlichem Unwohlsein gesellt sich eine nicht zu leugnende Besorgnis. Arthur sollte sich weder von ihm Befehle erteilen lassen, noch sollte er sich kommentarlos zu ihm ins Bett legen. Er ist verdammt noch mal der Thronfolger.

Aber Arthur tut es, legt sich hin, schließt die Augen, und würde er nicht schon an seinen besten Tagen wie ein Fünfjähriger aussehen, Merlin wäre entsetzt über die Veränderung, die sein Gesicht durchmacht, wenn er nicht versucht, nobel und würdig auszusehen.

Er blickt Arthur von der Seite an, wartet darauf, dass seine Atemzüge gleichmäßig und entspannt werden – dann rutscht er seitlich aus dem Bett.

Er hört Gaius einen unzufriedenen Klack-Laut mit seiner Zunge produzieren, aber er hält ihn nicht auf, ganz im Gegenteil, er hält ihn aufrecht, und Merlin ist erschüttert, wie wenig er seinen eigenen Körper unter Kontrolle hat.

„Und wohin jetzt?“ verlangt Gaius zu erfahren. Merlin sieht ein, dass er auf diese Art nicht weit kommen wird, lässt sich auf die Bettkante sinken, und Gaius legt ihm eine Decke um und gibt ihm eine Flüssigkeit zu trinken, die nach unaussprechlich widerlichen Dingen schmeckt.

„Du bist wütend auf mich“, stellt Merlin fest, und Gaius fixiert ihn mit einem Blick, der ihm früher vielleicht Angst gemacht hätte.

„Selbstverständlich bin ich wütend auf dich“, erwidert Gaius leise, aber mit beachtlicher Schärfe, und Merlin nickt und trinkt die widerliche Flüssigkeit aus.

Gaius fixiert ihn noch ein wenig durchbohrender. „Wärst du nicht du, dann hättest du das hier nicht überlebt.“

Merlin blickt überrascht zu ihm auf, dann dreht er den Kopf und betrachtet Arthur, der inzwischen derartig fest schläft, dass er nicht das Geringste von ihrem Austausch mitbekommt.

„Er hat nicht geschlafen, seit du angeschossen worden bist“, setzt Gaius ihn in Kenntnis, und der geschwächte Zustand seines eigenen Körpers lässt Merlin erahnen, dass inzwischen mehr als nur eine Nacht vergangen ist.

„Das hättest du nicht zulassen dürfen“, murmelt Merlin ohne den geringsten Vorwurf in der Stimme, und Gaius’ Antwort überrascht ihn nicht im Geringsten. „Was hätte ich tun sollen?  Er ist praktisch der König.“

Merlin seufzt, schließt kurz die Augen und schüttelt den Kopf.

Er ist noch nicht so weit.

„Ich glaube, ich möchte in mein Zimmer“, beschließt er leise, und Gaius nickt und geht.

Als er zurückkommt, ist Gwaine bei ihm, und der gibt keinen Kommentar ab, hebt Merlin auf seine Arme und trägt ihn aus dem Zimmer. Erst vor der Tür zieht er den Ansatz eines besorgten Gesichts und teilt Merlin mit, dass er mehr essen muss. Dringend.

„Dann hat auch der nächste vergiftete Pfeil, der auf Arthur abgeschossen wird, mehr zum Durchstoßen. Das hier ist ja lächerlich.“

Er macht Anstalten, Merlin wie ein Kind in die Luft zu werfen, und tut es doch nicht. Merlin unterdrückt das Bedürfnis, seinen Kopf an Gwaines Schulter zu lehnen. Er mag erschöpft sein, aber ein kleines bisschen Würde möchte er sich schon bewahren.

„Du hast uns Sorgen gemacht“, sagt Gwaine plötzlich leise, und Merlin betrachtet schweigend sein ernstes Profil.

Es tut ihm leid, sicher, aber er weiß auch, wie wichtig Arthurs Überleben für die Zukunft Camelots ist. Es hat sich ihm eingeprägt, im wahrsten Sinne des Wortes. Er spürt es unter seiner Haut, und manchmal, wenn er Arthur ansieht, dann sieht er diese Zukunft von sich, hell und freundlich und … ja, so lächerlich es auch klingt, magisch.

Vor drei Jahren wollte er es nicht glauben, aber diese Zwei-Seiten-Einer-Münze Geschichte hat ihn trotz allem fest im Griff. Offenbar so sehr, dass er inzwischen nicht einmal mehr darüber nachdenkt, sein Leben für Arthur aufs Spiel zu setzen.

Denn Arthur ist noch immer der pompöse Kindskopf, den Merlin damals kennen gelernt hat, aber er ist auch treu, ehrlich und so verdammt rechtschaffen, dass es ihn kaputt macht. Arthur will gut sein, will der beste König sein, den sein Volk erhoffen könnte, und Merlin glaubt zu verstehen, dass er einfach nicht anders kann.

Genau so gut könnte Merlin versuchen, die Magie in sich zu verleugnen.

„Ich konnte nicht anders“, sagt er müde, und Gwaine dreht den Kopf und blinzelt unzufrieden auf ihn hinab. „Das hab ich gesehen. So schnell, wie du reagiert hast, war da keine Zeit zum Nachdenken.“

Gwaines Gesicht verzieht sich zu einem Ausdruck höchster Konzentration, und Merlin ist neugierig, zu welchem Schluss er kommen wird, nachdem dieser ungewohnte Akt intensiven Nachdenkens abgeschlossen ist.

Aber Gwaine schüttelt nur den Kopf, in seinen Mundwinkeln den Ansatz eines warmen Lächelns, und Merlin zieht überrascht die Stirn kraus.

Sie haben inzwischen seine Kammer erreicht, und Gwaine legt ihn auf das schmale Bett und beugt sich über ihn.

„Bleib liegen, ruh dich aus und überlass es uns, unseren Sonnenschein zu beschützen. Wir kriegen das hin.“

Merlin nickt, schließt die Augen und eine Sekunde später ist er eingeschlafen.




Teil 5
 
 
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Hope Calaris: Merlin - Arthur carryhope_calaris on February 22nd, 2011 05:24 pm (UTC)
Es hat sich ihm eingeprägt, im wahrsten Sinne des Wortes. Er spürt es unter seiner Haut, und manchmal, wenn er Arthur ansieht, dann sieht er diese Zukunft von sich, hell und freundlich und … ja, so lächerlich es auch klingt, magisch.

Nicht, dass der Rest nicht auch toll und schön und fluffig wär, aber die beiden Sätze? Wow. Grandios.
uena: chrisuena on February 22nd, 2011 05:25 pm (UTC)
Ich danke dir, für diesen spontanen, völlig freiwilligen Kommentar!

Und die brauchen Fluff, die wollen Fluff, die bekommen Fluff.

Gwaine kriegt schließlich immer, was er will. Jedenfalls von mir ...
Hope Calaris: Merlin - Bradley palehope_calaris on February 22nd, 2011 05:30 pm (UTC)
Natürlich war der freiwillig. Und liebe Grüße aus dem Gulag Arbeitslager Ferienlager.
uena: not happyuena on February 22nd, 2011 05:34 pm (UTC)
Oh Gott! Und dann guckt Arthur mich dabei auch noch so an!

Da fühl ich mich ja direkt schlecht!
Hope Calaris: Merlin - *swish*hope_calaris on February 22nd, 2011 05:42 pm (UTC)
Nicht doch, nicht doch.

Ist ja nicht so, als ob ich sonderlich subtil gewesen wäre ^^
uena: loveuena on February 22nd, 2011 05:45 pm (UTC)
*swish*

easyleinchen: Bärcheneasyleinchen on March 10th, 2011 03:22 pm (UTC)
Er ist praktisch der König.

Genau. Er ist der König und so wirds gemacht. Sagt Kinka auch immer. Ist schon richtig so.


Es hat sich ihm eingeprägt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Es hat sich EINGEPRÄGT!
RIchitg. Sehr richtig. Schön.
Ahhhhwee. Ist das schön. Wirklich ich mag das Fandom. Und den nonslash ...

Uhhhmm ... question: Weiß nicht Gwaine von Merlin's Magic? Das war doch Gwaine, oder? Der weiß das ja. Oder irre ich mich da!
uenauena on March 10th, 2011 03:37 pm (UTC)
Lancelot weiß es. Ob Gwaine es auch weiß, weiß ICH nicht mehr. Hab mich noch nicht so weit vorgeguckt und for the purposes of this story ... weiß er's nicht. Oder es spielt zumindest keine Rolle.

Da du den Non-Slash so magst, werd ich da möglicherweise auch noch mal was zu schreiben.
Nachdem ich mir die ganzen Lancelot-Folgen nochmal angesehen habe, verspüre ich aus irgendeinem ominösen Grund das Bedürfnis, Athur das Herz zu brechen.
Merlin kann sich dann ein bisschen kümmern. Rein freundschaftlich.