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20 February 2011 @ 06:10 pm
The Destiny of a Great Kingdom ...  
Titel: Soziale Distanz - Teil 2
Fandom: Merlin
Mitwirkende: Arthur, Merlin, Gaius, Gwaine
Wortanzahl: 867
Zusammenfassung: Merlin wacht auf. Arthur sieht fürchterlich aus. Gwaine ist ganz er selbst.
Warnung: Merlin wollte nicht angstig sein, Gwaine noch viel weniger. Da konnte Arthur sich noch so viel Mühe geben.
Altersfreigabe: FSK 06
Disclaimer: Würden die mir gehören, hätte ich mehr Einfluss auf diese FanFic.



 

Es sind die Schmerzen, die ihn wecken.

Merlin kommt zu sich, und sein ganzer Körper brennt, dröhnt mit einem dumpfen Schmerz, der hinter seiner Stirn pocht und in seinen Gliedern pulsiert, und als er die Augen öffnet, sitzt Arthur an seinem Bett, und die Schmerzen verblassen zur Gleichgültigkeit.

Arthur sieht grauenhaft aus. Merlin fehlen die Worte, um adäquat zu beschreiben, wie grauenhaft Arthur im Detail aussieht, aber er lässt seinen Blick an seinem zukünftigen König auf und ab gleiten, um zumindest zu erfassen, was er beschreiben könnte … und er ist entsetzt.

Arthur hat Ringe unter den Augen, als habe er seit Tagen nicht mehr geschlafen, sein blondes Haar ist in einem Zustand, der andeutet, dass Arthur sich mindestens so lange nicht gewaschen hat, wie er nicht geschlafen hat, und Merlin rümpft leicht die Nase, selbst wenn er nicht wirklich von anwidernden Gerüchen angeflogen wird.

Arthur hält die Augen geschlossen, als sei er an seiner Seite eingeschlafen, und Merlin versucht sich zu erinnern, was eigentlich passiert ist.

Er kommt nicht wirklich zu einem Schluss, bevor Arthur die Augen aufschlägt und ihn ansieht, und Merlin fühlt sich plötzlich noch schlechter, weil dieser eine Blick ihm alles sagt, was er wissen muss.

Arthur hat gedacht, er würde sterben. Es gibt keine andere Erklärung für diesen Mischmasch an Empfindungen in Arthurs Augen – keine andere Erklärung für die Erleichterung, die Wut, die absolute Erschöpfung.

„Du siehst schrecklich aus“, sagt Merlin, weil es die Wahrheit ist und wunderbar unkompliziert im Vergleich zu allen anderen Sachen, die er vorbringen könnte – allen voran eine Entschuldigung dafür, dass er Arthur offenbar Sorgen gemacht hat.

Irgendwie hat Merlin bisher bezweifelt, dass das überhaupt möglich sei. Sicherlich, er ist sich schon länger bewusst, dass Arthur ihn auf einer gewissen Ebene gern hat, aber er hatte angenommen, das sei in etwa dieselbe Ebene von Zuneigung, auf der sich Arthurs Pferde und seine Jagdhunde befinden.

Ihn jetzt so zu sehen, so völlig ohne den üblichen Schutzschild aus vorpubertärer Aufgeblasenheit und noblem Pathos, fühlt sich seltsam an, irreal, und Merlin muss plötzlich sicher gehen. „Bin ich gestorben?“

Arthur lacht, sein Lächeln eine traurige Imitation des sonstigen Leuchtens, das sich für gewöhnlich dabei über sein Gesicht erstreckt – und ja, Merlin erkennt den Unterschied, er ist nicht blind.

„Nein“, sagt er, „diesmal nicht“, und als er aufsteht, hält er sich am Bettpfosten fest, und Merlin sieht, wie seine Knie zittern.

Er will fragen, wie lange er bewusstlos war, wie lange Arthur an seiner Seite gesessen hat, aber Arthur ist gegangen, bevor er auch nur den Mund aufmachen kann, und statt seiner kehrt Gaius ins Zimmer zurück.

Auch er sieht müde aus, älter als sonst und abgekämpft, und Merlin empfängt ihn mit einem tapferen kleinen Lächeln. „Ich fühl mich schon viel besser.“

Gaius wirft einen Blick auf sein Gesicht, und das folgende Stirnrunzeln ist episch. „Ach wirklich?“

Merlin presst die Lippen zusammen und verweigert die Aussage, aber seine Reaktion genügt Gaius.

Er beugt sich über ihn, greift nach dem Tuch, das offenbar von Merlins Stirn gerutscht sein muss und jetzt neben seinem Kopf auf dem Kissen liegt, und lässt es in eine Schüssel gleiten, die auf Arthurs Nachttisch steht.

Merlin blinzelt. „Ich bin in Arthurs Zimmer.“

Gaius blickt kurz zu ihm hinüber und nickt. „Ja.“

Merlin runzelt die Stirn. „Ist mein Bett abgebrannt?“

Gaius schnaubt und schüttelt den Kopf, dann nimmt er das Tuch wieder aus der Schüssel und legt es Merlin auf die Stirn. Ein erfrischender Geruch erfüllt seine Sinne – er identifiziert Ringelblume und Kamille – und Merlin seufzt und schließt die Augen.

„Er hat darauf bestanden“, hört er Gaius sagen. „Er wollte, dass du die bestmögliche Pflege unter den bestmöglichen Bedingungen bekommst.“

Merlin ist im Begriff, Gaius zu erklären, dass es kaum einen besseren Ort gibt, um von Gaius gepflegt zu werden, als Gaius eigene Kammer, als die Tür zu Arthurs Gemächern auffliegt, und Gwaine über ihn herfällt.

Es braucht Gaius’ ganze Autorität, um ihn davon abzuhalten, den Invaliden in eine Umarmung zu ziehen, aber er lässt sich nicht davon abbringen, sich zu Merlin ans Bett zu setzen und ihm Vorhaltungen zu machen, was für ein Idiot er doch sei.

Merlin lässt ihn gewähren, weil er weiß, dass Gwaine sonst rausgehen und irgendeinen hanebüchenen Akt des Heldenmuts vollbringen würde. Warum Gaius ihn gewähren lässt, ist Merlin nicht völlig klar. Vielleicht ist er einfach nur mit Gwaine einer Meinung.

„Er trägt eine Rüstung, Merlin“, sagt Gwaine vorwurfsvoll, und Merlin sieht ihm an, wie sehr er sich zusammenreißen muss, ihm keine Kopfnuss zu verpassen. „Der Pfeil wäre wahrscheinlich einfach an ihm abgeprallt! Aber nein, das konntest du nicht riskieren! Du musstest ihm den noblen Arsch retten, völlig egal, dass es seine Idee war, sich vor die Schlossmauern zu wagen, während in seinem Reich alles drunter und drüber geht, völlig egal, was das für deine Gesundheit bedeutet, völlig egal, dass du dabei hättest draufgehen können!“

Gwaine hält inne, wischt sich ungeduldig das braune Haar aus dem Gesicht, und Merlin beißt sich auf die Unterlippe. Ein schuldbewusstes Grinsen lässt sich nicht vermeiden. „Was ist eigentlich passiert?“

Und das ist exakt der Zeitpunkt, in dem Gwaine vergisst, dass Merlin dem Tod um Haaresbreite von der Schippe gesprungen ist, und sich mit einem empörten Aufschrei auf ihn wirft.




Teil 3
 
 
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Current Mood: amusedamused
Current Music: WoW - Schlachtenmusik
 
 
 
Hope Calaris: Merlin - *swish*hope_calaris on February 20th, 2011 06:13 pm (UTC)
Ganz großes Kino. Soooo schön.

„Ist mein Bett abgebrannt?“
Wie gut, dass ich mit dem Essen schon fertig war, ansonsten wäre das ganze jetzt unappetitlich geworden. Ich hab mich wunderbärchen amüsiert.
uenauena on February 20th, 2011 08:50 pm (UTC)
Geht ja auch gar nicht anders, wenn Gwaine anfängt, sich einzumischen ... :D
belarebelare on February 22nd, 2011 02:57 pm (UTC)
Ich bin mir ziemlich sicher, dass Arthur auch genauso leidet, wenn sein Pferd oder einer seiner Hunde beinahe stirbt.
uenauena on February 22nd, 2011 04:22 pm (UTC)
Nein. Das sind Nutztiere.
belare: Trollkönigbelare on February 22nd, 2011 02:57 pm (UTC)
Ich liebe den Icon.
uena: feueralarmuena on February 22nd, 2011 04:22 pm (UTC)
WER NICHT?!
easyleincheneasyleinchen on March 3rd, 2011 02:41 pm (UTC)
Awwwweeee.

Wie schön. Ich mag ja Hurt/Comfort! Ich freu mich schon auf den Rest!
"Ist mein Bett abgebrannt?" --> mein persönliches Highlight

Immer ein wenig Hausarbeit, dann ein wenig Merlin! Plan? Plan!
uenauena on March 3rd, 2011 03:03 pm (UTC)
Und wir lieben es, wenn ein Plan funktioniert!

Freut mich, dass es dir gefällt - mir gefällt es ja auch.
In den späteren Teilen hab ich zwar immer weniger zu sagen, aber die Jungs machen das auch ohne mich ganz gut ...
ruegge on March 15th, 2011 02:32 pm (UTC)
Sag ich ja... bis dahin kannte ich noch alle. xD
Nichts desto trotz immernoch kuschlig.

Ich könnte jetzt sagen, dass die mittelalterlichen Rüstungen nicht den geringsten Schutz gegen Pfeile und jegliche andere spitze Gegenstände aufbieten konnten (dafür gab es die Kettenhemden, die aber auch nich so sicher waren), aber ich tu es nicht, weil die sich alle so schön über Merlin aufregen. Und eigentlich spielt das auch überhaupt keine Rolle, denn Merlin hätte es so oder so getan. xD
uena: unschuldiguena on March 15th, 2011 02:36 pm (UTC)
Naja ... aber Rüstung und Kettenhemd (und wenn ich Rüstung schreibe, dann gehört da ein Kettenhemd dazu) sind schon irgendwie besser als ... nichts.
Oder? ^^

Wie weit ist das deutsche Fernsehen denn mit dem Ausstrahlen (die zeigen jetzt auch Hawaii Five-0 und haben mit der Synchro einfach mal komplett versagt. James Marsters hat nicht mal seine übliche Spike-Stimme und von den regulären Herren in dieser wunderhübschen Serie will ich gar nicht erst anfangen ...) oder hapert es einfach nur an deinem Sehverhalten?
ruegge on March 16th, 2011 12:50 pm (UTC)
Ja stimmt, hast recht...

Ich hab keine Ahnung. Ich hab nämlich insgesamt ganze zwei Folgen gesehen. xD Was Hawaii Five-O angeht: Ich habe eine Folge zum Teil gesehen. Hat mich nich vom Hocker gehauen. Und da war der James auch nich dabei, also is mir in Sachen Synchro nix aufgefallen. Aber in der Folge war Jin! Und der hatte die übliche Asiaten-Synchro.
uena: kinkuena on March 16th, 2011 01:44 pm (UTC)
Es kann einen mit den Stimmen auch einfach nicht vom Hocker hauen. Die Beziehung zwischen Danny und Steve macht für mich den Charme dieser Serie aus.
Und die Streitgespräche zwischen Danny und Steve machen den Charm von dieser Beziehung aus.
Die Stimmen machen den Charme der Streitgespräche aus ... und jetzt stehen wir da ... Flusswächter-los.